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Wanderung zu den drei Klingenmünsterer Burgen: Schlössel, Heidenschuh und Landeck.
Die Wanderung führt
vorbei an der Nikolauskapelle zur Ruine Schlössel und
weiter über den Heidenschuh zum Martinsturm. Über
Trifelsblick und Röxelquelle geht es dann zur Burgruine
Landeck. Der Rückweg führt steil hinab über den
Schlossberg, hinunter ins Klingbachtal und zurück zum
Ausgangspunkt.
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Wieder zurück auf
der „Alten Straße“, geht es weiter aufwärts bis an
die westliche Zufahrt der Pfalzklinik (Schranke) und von
hier auf dem Weg am Waldrand (Markierung Traube) etwa 250
m leicht bergauf bis zur ersten Abzweigung (Aussicht). Nun
wenden wir uns nach links auf einen breiten Waldweg, der
nach einer Vollkehre sanft in südliche Richtung ansteigt.
Nach weiteren 250 m zweigt rechts, in einer Rechtskurve,
ein schmaler Steig ab (Markierung grünes Dreieck auf
weißem Grund). Hier beginnt der anstrengende Teil der
Wanderung. In steilen Kehren führt uns der Steig hinauf
zur Ringwallanlage
der alten Fliehburg, die die äußere Begrenzung der
Burganlage Schlössel
darstellt. Wir betreten die Anlage von Südosten, wo der Wanderweg den äußeren Wall bei etwa 322 m Höhe kreuzt. Der Verlauf der aus Steinen aufgeschichteten Verteidigungslinie ist hier noch deutlich zu erkennen.
Wir bleiben auf dem markierten Weg, der uns kurz vor dem inneren Wall zu einer
Schautafel bringt, auf der die Ringwallanlage
dargestellt ist. Von hier führt uns der Weg zunächst zum
Tor 1 und dann hinauf zur Ruine der Kernburg.
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Die Ruine Schlössel, eine ehemalige salische
Turmburg, liegt in etwa 355 m Höhe auf dem Südostsporn
des Heidenschuhs. Der ursprüngliche Name der Burg ist
unbekannt. Die Bezeichnung „Schlössel“ oder auch
„Waldschlössel“ stammt von Bauern aus der
Umgebung. Um 1030/1050 wurde die Kernburg als Adelsburg
auf einer natürlichen Felsenkuppe errichtet, die als
höchster Punkt Teil der viel älteren und größeren
Fliehburg war, die wahrscheinlich schon im
9. Jahrhundert erbaut wurde. Die
Kernburg der Schlössel
war von einer etwa 5 m hohen geschlossenen Ringmauer umgeben, die eine Fläche von ca. 1.200 qm umfasste. Der Mauersockel ist heute noch erhalten. Aus der Größe des Abortschachtes zu schließen, hatte der Wohnturm mindestens vier, wahrscheinlich fünf Stockwerke und ein schiefergedecktes Dach. Bei etwa 25 m Turmhöhe war auch der Sichtkontakt zur Klosterkirche in Klingenmünster gewährleistet.
Wir betreten die Burganlage durch das äußere und
innere Tor im ehemaligen Torturm, der in den
verschiedenen Bau- und Nutzungsphasen mehrfach umgebaut
wurde. Das äußere Tor wurde durch Restaurierungen mit
Türgewänden verändert, wo- gegen das innere Tor noch
Teile des originalen Torgewändes aufweist. Durch
Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, daß die Burg
während ihrer relativ kurzen Nutzungszeit von
vermutlich 100 bis 130 Jahren dreimal zerstört und
wieder aufgebaut wurde. Dabei wurden insbesondere die
Gebäude im sogenannten Wirtschaftshof immer wieder
verändert. Man geht heute davon aus, daß die Burg
im Jahr 1168 durch Kaiser Friedrich Barbarossa
endgültig geschleift wurde.
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Nach der Zerstörung
bedeckte für lange Zeit ein bis zu 6,5 m hoher Steinhaufen die Grundmauern und Überreste der Gebäude. Dadurch wurde die Ruine in gewisser Weise konserviert, wodurch der heutige relativ gute Zustand zu erklären ist. Wir verlassen die Anlage durch das ehemalige Tor 1 und folgen weiter dem Wanderweg, der uns zunächst bergab hinter den Burgberg leitet. In der Senke, wo sich die Wege verzweigen, wählen wir halbrechts den Weg Nr. 6, der uns sogleich wieder bergan auf eine kleine Kuppe führt. Hier sehen wir rechts und links des Weges verfallene Laufgräben aus neuerer Zeit. Hinter der Kuppe trifft der Weg nach einer Linkskurve auf den breiten Hauptweg. Wir wenden uns nach rechts und steigen weiter bergauf. Nach etwa 200 m zweigt in einer Linkskurve der Steig Nr. 6 geradeaus ab (Hinweisschild Heidenschuh), der uns dann durch einen steinigen und steilen Hohlweg weiter bergauf bringt. Der Weg wendet sich alsbald nach rechts (Nordost) und wird wieder etwas zahmer. Nach wenigen Minuten zweigt der Weg Nr. 6 erneut nach rechts ab (geradeaus gesperrt!) und wir erreichen kurz darauf den
Aussichtspunkt
auf der Nordostspitze des Heidenschuhs.
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Die Ruine Heidenschuh, eine frühmittelalterliche
Fliehburg, wurde als erste Schutzburg des Klosters
Klingenmünster vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert in
430 bis 455 m Höhe auf der Nordostspitze des
Heidenschuhs erbaut. Der Name „Heidenschuh“ ist
wahrscheinlich gleichbedeutend mit „Riesenschuh“
und leitet sich von der Form des Berges ab.
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Wir betreten die
Fliehburg von Südwesten, wo der Wanderweg Nr. 6 bei etwa
430 m ü. NN auf die kaum sichtbaren Reste der äußeren
Abschnittsmauer trifft, kurz vor dem Aussichtspunkt an der
Nordostspitze des Heidenschuhs. Im Verlauf der aus
Naturstein aufgeschichteten Stützmauern und
Verteidigungswälle sind heute noch Mauerreste zu entdecken.
Nach Südwesten wurde die Fliehburg auf dem sich hier
verbreiternden Bergrücken durch zwei Abschnittsmauern
abgesperrt. Die innere und äußere Abschnittsmauer liegen
etwa 30 m auseinander. Beide Mauern waren durch je ein Tor
passierbar. Das Tor der inneren Mauer ist heute noch sehr
gut erkennbar. Vor der äußeren Mauer war zusätzlich ein
Graben ausgehoben (noch erkennbar), über den eine kleine
Holzbrücke führte. Ein offensichtlicher Nachteil dieser
Burganlage war die relativ große Entfernung zum Kloster,
ohne direkte Sichtverbindung. Die Anlage war zwar gut zu
verteidigen, doch gab es kein Wasser in der unmittelbaren
Umgebung. Die Burg Heidenschuh wurde vermutlich mit dem Bau
der Anlage am Schlössel aufgegeben.
Nach
eingehender Erforschung der über tausend Jahre alten Mauern
wandern wir auf dem Weg Nr. 6 über den Bergrücken weiter in
südwestlicher Richtung. Der Wegverlauf auf dem Heidenschuh
wird wegen seiner vielen interessanten Aspekte, sowie einer
der beeindruckendsten
Ausblicke auf Hahnsteine, Rehberg und Trifels, als
einer der schönsten Wanderwege im Pfälzerwald beschrieben.
Dort, wo der Weg nach Waldhambach steil hinunter führt,
wenden wir uns wieder leicht ansteigend nach Süden, bis wir
nach etwa 120 m auf einen breiten Weg treffen. Von hier
gehen wir kurz rechts hinauf, wo auf der Ostschulter des
Treutelskopfes der Weg zum Martinsturm links (westlich)
abzweigt (Wegweiser). Nach weiteren 50 Höhenmetern, die wir
in etwa 5 anstrengenden Minuten bewältigen, erreichen wir
den mit 503 m höchsten Punkt der Gemarkung Klingenmünster
(TP) und den Martinsturm
, der eine beeindruckende Rundumsicht bietet. Nach
einer Gipfelrast steigen wir zunächst auf dem selben Weg
ab, bis wir wieder auf den Hauptweg treffen. Hier halten
wir uns scharf links (nordwestlich) und wandern gemütlich,
immer dem Hauptweg folgend, den Berg hinab. Im Laufe des
Abstiegs führt uns der Weg zunächst nördlich, dann mehr und
mehr westlich und schließlich südlich um den Berg herum. Am
Westhang (alte Bank) haben wir noch einmal Trifelsblick
. Später, am steileren Südwesthang (viele Eidechsen),
können wir das ganze Klingbachtal und die Berge um Silz
überschauen. Kurz hinter der Röxelquelle
(ca. 355 m ü.NN) wendet sich der Weg in einer langen Kurve nach rechts (südwest) und vereint sich bald mit dem Hauptwanderweg, der von Silz zur Burg Landeck führt. Nach etwa 2 km erreichen wir die Forststraße an der
Burg Landeck. |
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Die
Ruine Landeck, die jüngste Schutzburg des Klosters
Klingenmünster wurde vermutlich um 1180 auf dem Süd-
ostausläufer des Treutelsberges in 305 m Höhe erbaut.
Als Reichsburg gehörte sie mit zum Ring der Vorburgen
des Trifels (wie Ramburg, Scharfeneck, Falkenburg,
Neukastel, Madenburg, Lindelbrunn, Guttenburg,
Berwartstein und Wegelnburg). Die Landeck ist eine
typische Stauferburg, deren Grundriss und bauliche
Details durch die vorhandene Topographie entscheidend
beeinflusst wurden. Sie wurde auf gewachsenem Fels
errichtet, der stellenweise in die Fundamente
einbezogen ist. Der 11 m tiefe Burggraben (Halsgraben)
wurde künstlich angelegt – die dabei gebrochenen
Steine wurden beim Bau der Burg verarbeitet.
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Charakteristisch ist auch die Verwendung von sog. Buckelquadern mit Randanschlag. Der
einzige Zugang zur Burganlage führt von Norden über eine
auf Pfeilern gelagerte Holzbrücke, deren letztes Drittel
früher als Zugbrücke ausgelegt war, durch das äußere Burg-
oder Brückentor. Über dem Tor erhob sich früher ein
rechteckiger Turm, dessen Mauerreste noch heute bis zur
Scheitelhöhe des Tores reichen (Buckelquader). Durchs
Vorwerk gelangen wir zum zweiten Tor oder Inneren Tor in
der Zwingermauer. Die Zwingermauer mit ihren 6 Türmen
wurde im Jahr 1416 als Schutzgürtel vor der Kernanlage
errichtet. Die Mauern bestehen aus kleinen Quadern und
Bruchsteinen. Nur die Gewändesteine der Schießscharten
sind aus Hausteinen gefertigt. Die typischen
Schlüsselloch- Schießscharten weisen auf den Einsatz von
Armbrüsten hin. Die Ringmauer der Kernburg ist zur
Angriffsseite stärker und höher ausgebildet (Hoher Mantel,
Schildmauer, Buckelquader) als zur Talseite. Ob als oberer
Abschluss ein Wehrgang vorhanden war, ist unklar. Bei
Stauferburgen waren Wehrgänge nicht üblich, auf den
Schildmauern kamen sie aber manchmal vor. Im nördlichen
Teil der Schildmauer befindet sich auch das Haupttor,
durch das man in den Burghof gelangt. Im Burghof
dominiert der Bergfried, einer der besterhaltenen seiner
Zeit in der Pfalz (über 800 Jahre!!). Der Bergfried ist
fast quadratisch angelegt (ca. 8,5 x 9,0 m) und hat eine
Höhe von ca. 25 m.
Der Abstieg nach Klingenmünster
beginnt im Burggraben bei der Vogeltränke. Hierhin gelangen wir, indem wir vom Parkplatz ein kurzes Stück auf der Fahrstraße talwärts gehen und bei der ersten Möglichkeit rechts hinuntersteigen. Der mit verschiedenen Wanderzeichen markierte Fußweg führt von hier zunächst links über ein paar Stufen hinunter. Kurz darauf teilt sich der Weg. Geradeaus geht es zum Klingbachhof, aber wir wählen den Abzweig nach links, der uns über einige Serpentinen steil hinunter leitet. An der „Oberen Hofwiese“ treffen wir auf die ersten Häuser von Klingenmünster.
Über „Untere Hofwiese“, „Landeckstraße“
und „Totenweg“ gehen wir nun gemütlich ins
Klingbachtal hinunter. Vor der Brücke wechseln wir nach
links auf den Fußweg, der uns immer am Bach entlang zurück
zur Ortsmitte führt. Über die „Steinstraße“ gelangen
wir zum Ausgangspunkt zurück.
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Möchten Sie nun
vielleicht selbst durch mehr als 1.000 Jahre
Burgengeschichte wandern, oder würden Sie lieber an einer
geführten Wanderung teilnehmen?
Wie auch immer Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen viel Freude und gute Erholung im Naturpark Pfälzerwald.
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zur 3-Burgen-Wanderung erhalten Sie im Tourismusbüro
Klingenmünster, Steinstr.2, Telefon (06349) 92 80 92.
Oder als
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