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Gestaltung:

Harald KH Harms, Klingenmünster

 

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Wanderung zu den drei Klingenmünsterer Burgen: Schlössel, Heidenschuh und Landeck.

Die Wanderung führt vorbei an der Nikolauskapelle zur Ruine Schlössel und weiter über den Heidenschuh zum Martinsturm. Über Trifelsblick und Röxelquelle geht es dann zur Burgruine Landeck. Der Rückweg führt steil hinab über den Schlossberg, hinunter ins Klingbachtal und zurück zum Ausgangspunkt.

Gesamtgehzeit: ca. 3,5 Stunden;
Gesamt-Höhenunterschied: 385 m;
Wegstrecke: ca. 12 km;
Schwierigkeit: Aufstieg teilweise anstrengend, sonst leicht;
Ausgangspunkt: Infopavillon am Zimmerplatz (Ortsmitte)

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Vom Ausgangspunkt gehen wir zunächst am August-Becker-Brunnen vorbei zur Kreuzung Weinstraße, wenden uns nach rechts und folgen dem Klingbach bis zum Nordende der alten Klostermauer. Hier biegen wir rechts in den Weg „Am Sauerbrün- nel“ ein, der uns bald darauf über die Klingbachbrücke führt. Wo der Fußweg auf die Straße trifft, halten wir uns links und wandern an Gärten und Weideland vorbei in nördliche Richtung. Wir überqueren die „Lettgasse“ und gehen durch den „Kahngarten“ zur „Weinstraße“, die wir überqueren. Auf der anderen Seite führt uns eine schmale Straße (im Obstgarten) nach ca. 100 m auf die „Alte Straße“. Hier wenden wir uns nach rechts (bergauf) und erreichen nach etwa 1/2 km, über einen kleinen aber lohnenden Abstecher nach links, die 1234 erbaute Nikolauskapelle.

Burg Landeck: Halsgraben und Zugangsbrücke

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Karte 3-Burgen-Wanderung

Wieder zurück auf der „Alten Straße“, geht es weiter aufwärts bis an die westliche Zufahrt der Pfalzklinik (Schranke) und von hier auf dem Weg am Waldrand (Markierung Traube) etwa 250 m leicht bergauf bis zur ersten Abzweigung (Aussicht). Nun wenden wir uns nach links auf einen breiten Waldweg, der nach einer Vollkehre sanft in südliche Richtung ansteigt. Nach weiteren 250 m zweigt rechts, in einer Rechtskurve, ein schmaler Steig ab (Markierung grünes Dreieck auf weißem Grund). Hier beginnt der anstrengende Teil der Wanderung. In steilen Kehren führt uns der Steig hinauf zur Ringwallanlage der alten Fliehburg, die die äußere Begrenzung der Burganlage Schlössel darstellt. Wir betreten die Anlage von Südosten, wo der Wanderweg den äußeren Wall bei etwa 322 m Höhe kreuzt. Der Verlauf der aus Steinen aufgeschichteten Verteidigungslinie ist hier noch deutlich zu erkennen.
Wir bleiben auf dem markierten Weg, der uns kurz vor dem inneren Wall zu einer Schautafel bringt, auf der die Ringwallanlage dargestellt ist. Von hier führt uns der Weg zunächst zum Tor 1 und dann hinauf zur Ruine der Kernburg.

Grundriss Schlössel Kernburg

Die Ruine Schlössel, eine ehemalige salische Turmburg, liegt in etwa 355 m Höhe auf dem Südostsporn des Heidenschuhs. Der ursprüngliche Name der Burg ist unbekannt. Die Bezeichnung „Schlössel“ oder auch „Waldschlössel“ stammt von Bauern aus der Umgebung. Um 1030/1050 wurde die Kernburg als Adelsburg auf einer natürlichen Felsenkuppe errichtet, die als höchster Punkt Teil der viel älteren und größeren Fliehburg war, die wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert erbaut wurde.
Die Kernburg der Schlössel war von einer etwa 5 m hohen geschlossenen Ringmauer umgeben, die eine Fläche von ca. 1.200 qm umfasste. Der Mauersockel ist heute noch erhalten. Aus der Größe des Abortschachtes zu schließen, hatte der Wohnturm mindestens vier, wahrscheinlich fünf Stockwerke und ein schiefergedecktes Dach. Bei etwa 25 m Turmhöhe war auch der Sichtkontakt zur Klosterkirche in Klingenmünster gewährleistet.
Wir betreten die Burganlage durch das äußere und innere Tor im ehemaligen Torturm, der in den verschiedenen Bau- und Nutzungsphasen mehrfach umgebaut wurde. Das äußere Tor wurde durch Restaurierungen mit Türgewänden verändert, wo- gegen das innere Tor noch Teile des originalen Torgewändes aufweist.
Durch Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, daß die Burg während ihrer relativ kurzen Nutzungszeit von vermutlich 100 bis 130 Jahren dreimal zerstört und wieder aufgebaut wurde. Dabei wurden insbesondere die Gebäude im sogenannten Wirtschaftshof immer wieder verändert.
Man geht heute davon aus, daß die Burg im Jahr 1168 durch Kaiser Friedrich Barbarossa endgültig geschleift wurde.

Nach der Zerstörung bedeckte für lange Zeit ein bis zu 6,5 m hoher Steinhaufen die Grundmauern und Überreste der Gebäude. Dadurch wurde die Ruine in gewisser Weise konserviert, wodurch der heutige relativ gute Zustand zu erklären ist. Wir verlassen die Anlage durch das ehemalige Tor 1 und folgen weiter dem Wanderweg, der uns zunächst bergab hinter den Burgberg leitet. In der Senke, wo sich die Wege verzweigen, wählen wir halbrechts den Weg Nr. 6, der uns sogleich wieder bergan auf eine kleine Kuppe führt. Hier sehen wir rechts und links des Weges verfallene Laufgräben aus neuerer Zeit. Hinter der Kuppe trifft der Weg nach einer Linkskurve auf den breiten Hauptweg. Wir wenden uns nach rechts und steigen weiter bergauf. Nach etwa 200 m zweigt in einer Linkskurve der Steig Nr. 6 geradeaus ab (Hinweisschild Heidenschuh), der uns dann durch einen steinigen und steilen Hohlweg weiter bergauf bringt. Der Weg wendet sich alsbald nach rechts (Nordost) und wird wieder etwas zahmer. Nach wenigen Minuten zweigt der Weg Nr. 6 erneut nach rechts ab (geradeaus gesperrt!) und wir erreichen kurz darauf den Aussichtspunkt auf der Nordostspitze des Heidenschuhs.

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Die Ruine Heidenschuh, eine frühmittelalterliche Fliehburg, wurde als erste Schutzburg des Klosters Klingenmünster vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert in 430 bis 455 m Höhe auf der Nordostspitze des Heidenschuhs erbaut. Der Name „Heidenschuh“ ist wahrscheinlich gleichbedeutend mit „Riesenschuh“ und leitet sich von der Form des Berges ab. 

Wir betreten die Fliehburg von Südwesten, wo der Wanderweg Nr. 6 bei etwa 430 m ü. NN auf die kaum sichtbaren Reste der äußeren Abschnittsmauer trifft, kurz vor dem Aussichtspunkt an der Nordostspitze des Heidenschuhs. Im Verlauf der aus Naturstein aufgeschichteten Stützmauern und Verteidigungswälle sind heute noch Mauerreste zu entdecken. Nach Südwesten wurde die Fliehburg auf dem sich hier verbreiternden Bergrücken durch zwei Abschnittsmauern abgesperrt. Die innere und äußere Abschnittsmauer liegen etwa 30 m auseinander. Beide Mauern waren durch je ein Tor passierbar. Das Tor der inneren Mauer ist heute noch sehr gut erkennbar. Vor der äußeren Mauer war zusätzlich ein Graben ausgehoben (noch erkennbar), über den eine kleine Holzbrücke führte.
Ein offensichtlicher Nachteil dieser Burganlage war die relativ große Entfernung zum Kloster, ohne direkte Sichtverbindung. Die Anlage war zwar gut zu verteidigen, doch gab es kein Wasser in der unmittelbaren Umgebung. Die Burg Heidenschuh wurde vermutlich mit dem Bau der Anlage am Schlössel aufgegeben.
Nach eingehender Erforschung der über tausend Jahre alten Mauern wandern wir auf dem Weg Nr. 6 über den Bergrücken weiter in südwestlicher Richtung. Der Wegverlauf auf dem Heidenschuh wird wegen seiner vielen interessanten Aspekte, sowie einer der beeindruckendsten Ausblicke auf Hahnsteine, Rehberg und Trifels, als einer der schönsten Wanderwege im Pfälzerwald beschrieben. Dort, wo der Weg nach Waldhambach steil hinunter führt, wenden wir uns wieder leicht ansteigend nach Süden, bis wir nach etwa 120 m auf einen breiten Weg treffen. Von hier gehen wir kurz rechts hinauf, wo auf der Ostschulter des Treutelskopfes der Weg zum Martinsturm links (westlich) abzweigt (Wegweiser). Nach weiteren 50 Höhenmetern, die wir in etwa 5 anstrengenden Minuten bewältigen, erreichen wir den mit 503 m höchsten Punkt der Gemarkung Klingenmünster (TP) und den Martinsturm , der eine beeindruckende Rundumsicht bietet.
Nach einer Gipfelrast steigen wir zunächst auf dem selben Weg ab, bis wir wieder auf den Hauptweg treffen. Hier halten wir uns scharf links (nordwestlich) und wandern gemütlich, immer dem Hauptweg folgend, den Berg hinab. Im Laufe des Abstiegs führt uns der Weg zunächst nördlich, dann mehr und mehr westlich und schließlich südlich um den Berg herum. Am Westhang (alte Bank) haben wir noch einmal Trifelsblick . Später, am steileren Südwesthang (viele Eidechsen), können wir das ganze Klingbachtal und die Berge um Silz überschauen. Kurz hinter der Röxelquelle (ca. 355 m ü.NN) wendet sich der Weg in einer langen Kurve nach rechts (südwest) und vereint sich bald mit dem Hauptwanderweg, der von Silz zur Burg Landeck führt. Nach etwa 2 km erreichen wir die Forststraße an der Burg Landeck.
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Die Ruine Landeck, die jüngste Schutzburg des Klosters Klingenmünster wurde vermutlich um 1180 auf dem Süd- ostausläufer des Treutelsberges in 305 m Höhe erbaut. Als Reichsburg gehörte sie mit zum Ring der Vorburgen des Trifels (wie Ramburg, Scharfeneck, Falkenburg, Neukastel, Madenburg, Lindelbrunn, Guttenburg, Berwartstein und Wegelnburg).
Die Landeck ist eine typische Stauferburg, deren Grundriss und bauliche Details durch die vorhandene Topographie entscheidend beeinflusst wurden. Sie wurde auf gewachsenem Fels errichtet, der stellenweise in die Fundamente einbezogen ist. Der 11 m tiefe Burggraben (Halsgraben) wurde künstlich angelegt – die dabei gebrochenen Steine wurden beim Bau der Burg verarbeitet.

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Charakteristisch ist auch die Verwendung von sog. Buckelquadern mit Randanschlag. Der einzige Zugang zur Burganlage führt von Norden über eine auf Pfeilern gelagerte Holzbrücke, deren letztes Drittel früher als Zugbrücke ausgelegt war, durch das äußere Burg- oder Brückentor. Über dem Tor erhob sich früher ein rechteckiger Turm, dessen Mauerreste noch heute bis zur Scheitelhöhe des Tores reichen (Buckelquader). Durchs Vorwerk gelangen wir zum zweiten Tor oder Inneren Tor in der Zwingermauer. Die Zwingermauer mit ihren 6 Türmen wurde im Jahr 1416 als Schutzgürtel vor der Kernanlage errichtet. Die Mauern bestehen aus kleinen Quadern und Bruchsteinen. Nur die Gewändesteine der Schießscharten sind aus Hausteinen gefertigt. Die typischen Schlüsselloch- Schießscharten weisen auf den Einsatz von Armbrüsten hin.
Die Ringmauer der Kernburg ist zur Angriffsseite stärker und höher ausgebildet (Hoher Mantel, Schildmauer, Buckelquader) als zur Talseite. Ob als oberer Abschluss ein Wehrgang vorhanden war, ist unklar. Bei Stauferburgen waren Wehrgänge nicht üblich, auf den Schildmauern kamen sie aber manchmal vor. Im nördlichen Teil der Schildmauer befindet sich auch das Haupttor, durch das man in den Burghof gelangt.
Im Burghof dominiert der Bergfried, einer der besterhaltenen seiner Zeit in der Pfalz (über 800 Jahre!!). Der Bergfried ist fast quadratisch angelegt (ca. 8,5 x 9,0 m) und hat eine Höhe von ca. 25 m.

Der Abstieg nach Klingenmünster beginnt im Burggraben bei der Vogeltränke. Hierhin gelangen wir, indem wir vom Parkplatz ein kurzes Stück auf der Fahrstraße talwärts gehen und bei der ersten Möglichkeit rechts hinuntersteigen. Der mit verschiedenen Wanderzeichen markierte Fußweg führt von hier zunächst links über ein paar Stufen hinunter. Kurz darauf teilt sich der Weg. Geradeaus geht es zum Klingbachhof, aber wir wählen den Abzweig nach links, der uns über einige Serpentinen steil hinunter leitet. An der „Oberen Hofwiese“ treffen wir auf die ersten Häuser von Klingenmünster.
Über „Untere Hofwiese“, „Landeckstraße“ und „Totenweg“ gehen wir nun gemütlich ins Klingbachtal hinunter. Vor der Brücke wechseln wir nach links auf den Fußweg, der uns immer am Bach entlang zurück zur Ortsmitte führt. Über die „Steinstraße“ gelangen wir zum Ausgangspunkt zurück.

Na, ....!? Konnten wir Sie etwas neugierig machen?

Möchten Sie nun vielleicht selbst durch mehr als 1.000 Jahre Burgengeschichte wandern, oder würden Sie lieber an einer geführten Wanderung teilnehmen?
Wie auch immer Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen viel Freude und gute Erholung im Naturpark Pfälzerwald.

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Eine Information zur 3-Burgen-Wanderung erhalten Sie im Tourismusbüro Klingenmünster, Steinstr.2, Telefon (06349) 92 80 92.

Oder als PDF-download (2,37 MB) hier (Klick auf das Bild)

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