Klingenmünster

„Man mag sich dem Orte nähern von welcher Seite man will: seine Lage in der lieblichsten Landschaft am Fuß des Schlossberges, von Weinbergen, Kastanienwäldern, trauten Wiesengründen und Ackerfeld umgeben, ist immer gleich schön. Die freundlichste Idylle, die anmutendste Romantik ist hier vereint geboten. Klingenmünster ist einer der Glanzpunkte der Pfalz in landschaftlicher Hinsicht …“

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Mit diesen Worten beschrieb August Becker – der bekannte Pfälzer Heimatdichter und Schriftsteller und berühmtester Sohn von Klingenmünster – im Jahr 1857 sein schönes Heimatdorf. Geboren am 27. April 1828 und aufgewachsen inAB Klingenmünster zog es ihn zum Studium nach München. Dort war er Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen, unter anderem bei den Fliegenden Blättern, und von 1859 bis 1864 Redakteur der Münchner Isar-Zeitung. Im Jahre 1868 zog er nach Eisenach. Er war verheiratet mit Johanna Friedrike Luise Scheurlin (* 18. Juni 1834), einer Tochter des Dichters Georg Scheurlin. Nach seinem Tod am 23. März 1893 wurden seine sterblichen Überreste zunächst in Eisenach bestattet, später auf Wunsch seiner Kinder jedoch exhumiert und nach Klingenmünster verbracht. Hier liegt er noch heute begraben.


Ritter auf LandeckDie freundlichen Bewohner von Klingenmünster sind gern in Feierlaune und sie stecken ihre Gäste damit an. Alljährlich – am letzten Juniwochenende – lässt der Landeckverein mit dem „Landeckfest” die Zeiten lebendig werden, wo Ritter und Burgfräulein Hof hielten. Im August locken Weinfest und Kerwe mit Schoppen, Saumagen, Musik und vielen anderen Genüssen. Das Jahr klingt aus mit einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf der Burg Landeck, am dritten Dezemberwochenende. Zum Jahresprogramm gehören kulturelle Highlights, wie Kunstausstellungen, Jazz- und Rockkonzerte, Kirchenkonzerte und klassische Musikerlebnisse.

Wo immer man in Klingenmünster unterwegs ist, der Blicklandeck_014 fällt auf die Burgruine Landeck, die sich stolz über dem Dorf erhebt. Sie ist die jüngste der drei Burgen, die zum Schutz des Klosters gebaut worden sind – und bei weitem die bekannteste. Die Besucher genießen den weiten Ausblick übers Land, stärken sich in der Burgschänke und träumen vielleicht ein bisschen vom mittelalterlichen Leben, das sich hier seit der Stauferzeit zwischen Pallas und Burggraben abgespielt hat. Nicht so bekannt sind die salische Turmburg Schlössel und die frühmittelalterliche Fliehburg Heidenschuh, die man ebenso wie die Landeck auf dem Treutelsberg findet. Auch diese Ruinen, die mitten im Wald im Dornröschenschlaf liegen, lohnen einen Besuch. Wer einen Spaziergang in die klösterliche Vergangenheit des Ortes machen will, dem ist der historische Rundgang zu empfehlen, der in einer Broschüre und im Internet beschrieben ist.

Nikolauskapelle KlingenmuensterWer gern mit Wanderstiefeln und Rucksack unterwegs ist, hat rund um Klingenmünster reiche Auswahl. Auf der Gemarkung selbst gibt es mehr als 70 Kilometer gut ausgebaute und markierte Wanderwege. Das Dorf ist aber auch ein guter Einstiegspunkt für längere Touren in den Wasgau, das südpfälzische Berg- und Felsenland. Ein Panoramaweg mit hinreißenden Aussichtspunkten und gemütlichen Rastplätzen führt rund um den Ort. Mit dem Drei-Burgen-Wanderweg kann man die zuvor erwähnten Burgen kennenlernen. Dazu gehört auch der Aufstieg auf den Martinsturm, der auf dem Gipfel eine beeindruckende Rundumsicht bietet.

khw_BurgLandeck(nacht)klDen literarischen Spuren des in Klingenmünster geborenen Heimatschriftstellers kann man auf dem 80 Kilometer langen August-Nikolauskapelle_herbstBecker-Weg folgen. Etwa ebenso lang ist der Bad-Bergzaberner-Land-Weg, der durch alle 21 Orte der Verbandsgemeinde führt.
Klingenmünster wird von einigen interessanten Themenwanderwegen berührt. Erwähnenswert sind der Pfälzer Jakobsweg, Mandelpfad, Keschdeweg, Pfälzer Weinsteig und der Wanderweg Deutsche Weinstraße. Der grenzüberschreitende Kapellenpilgerweg, der an der spätromanischen Nikolauskapelle in Klingenmünster vorbeiführt, lädt Wanderer ein, die Denkmäler christlicher Frömmigkeit kennen zu lernen.

Radfahrer finden ebenfalls ein gutes Betätigungsfeld – sei es gemütlich auf dem Klingbachweg in Richtung Ebene oder eher anspruchsvoll auf mehr oder weniger steilen Bergstrecken beim Mountainbiking im Pfälzerwald.

An lohnenden Ausflugszielen herrscht kein Mangel. Der großartige Speyerer Dom, das Hambacher Schloss als Wiege der Demokratie, Schloss Villa Ludwigshöhe, die Residenz des Bayernkönigs Ludwig I., die Reichsfeste Trifels bei Annweiler, in der einst Richard Löwenherz schmachtete – das sind klangvolle Namen, und diese Ziele liegen nicht weit entfernt. Die Barockschlösser von Bruchsal und Schwetzingen oder die Fächerstadt Karlsruhe lohnen einen Abstecher über den Rhein. Ein Katzensprung ist es ins benachbarte Elsass. Direkt hinter dem Schweigener Weintor beginnt Frankreich. In Grenznähe liegt das Städtchen Wissembourg, das mit seinen Fachwerkgässchen und der stolzen Peter-und-Paul-Kirche die Besucher bezaubert.