Rebsorten

Die Vielfalt der Rebsorten gedeiht nirgendwo so ausgewogen wie hier auf diesem Fleckchen Erde. Die Weinregion Pfalz baut insgesamt 45 weiße und 22 rote Rebsorten an. Mit 1800 Sonnenstunden bietet die Region ein gutes mediterranes Klima und das passende Terroir für fruchtige Weißweine und körperreiche, kräftige Rotweine. Der König der Weißweine – der Riesling – ist in der Pfalz inzwischen unbestritten die Nummer eins mit mehr als 5.000 Hektar Anbaufläche. Doch auch die Weiß- und Grauburgunder sind stark im Kommen. Daneben gehören unter anderem Silvaner, Müller-Thurgau, Scheurebe, Gewürztraminer, Kerner und Morio-Muskat zum vielfältigen Weißwein-Angebot der Pfalz. Bei den Rotweinsorten steht der Spätburgunder an der Spitze. Klassiker wie Portugieser, Schwarzriesling, Lemberger oder Saint Laurent spielen weiterhin eine große Rolle. Und neuere Sorten wie Dornfelder und Regent haben sich etabliert.  Durch umweltbewußten Rebanbau, sorgsame Pflege der Weinberge und traditionelle Ausbaumethoden werden die Weine in Lage- und Sorteneigenschaften betont.


Riesling
Der große Klassiker bleibt die Nummer Eins in Deutschland. Er wächst in allen deutschen Anbaugebieten und repräsentiert wie kein anderer deutsche Weinkultur.
Genuss:
Neben unkomplizierten Alltagsweinen bietet sich eine reiche Auswahl an Prädikatsweinen. Der „typische“ Riesling zeigt eine blassgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe. Im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine rassige Säure.

Dornfelder
Der Dornfelder hat Frucht, Gerbstoff und Wärme. Längst ist die Neuzüchtung von vor 50 Jahren zu einem deutschen Rotweinklassiker gereift und erfreut sich seit Jahren einer immensen Nachfrage.
Genuss:
Dornfelder sind, wie andere kräftige Rotweine, natürlich ideal für die kühlere Jahreszeit, insbesondere, wenn sie etwas abgelagert sind. Sie passen dann auch zu kräftigem Braten, Wild oder Käse. Andererseits bereiten auch fruchtige Ausbauvarianten aus der letzten Ernte, im Sommer sogar leicht gekühlt, Trinkvergnügen.

Dunkelfelder
Farbintensive Rotweine – eigenständig und nachhaltig. Die Rebsorte liefert farbintensive und kräftige Rotweine. Die 1990 zugelassene Sorte steht mittlerweile auf 310 Hektar Rebfläche, vor allem in der Pfalz, in Rheinhessen und in Baden.
Genuss:
Besticht durch seine würzige Aromatik, die an Pfeffer erinnert. Die kräftigen Tannine dominieren den Geschmack dieses Rotweins.

Portugieser
Portugieser – Der leichte, duftige Rotwein. Der Portugieser gilt als unkomplizierter, süffiger und frischer Schoppenwein. Ohne all zuviel Tannin ist er schon im Frühjahr trinkbar.
Genuss:
Bringt meist eine belebende Säure mit. Im verhaltenen Duft finden wir Anklänge von Beerendüften wie rote Johannisbeere, Himbeere oder Erdbeere, mitunter auch Sauerkirsche oder einen Pfefferton.

Regent
Eine erfolreiche Züchtung. Die Sorte Regent ist eine der wenigen Neuzüchtungen, denen eine rosige Zukunft vorhergesagt wird, denn sie liefert feurige, beinahe südländische Weine.
Genuss:
Meist sind es durchgegorene, stoffige, beinahe südländische Weine mit einem schmeckbaren Tanningerüst. Die Aromen von Kirschen oder Johannisbeeren erinnern an andere renommierte Rotweinsorten. Hochwertiges Lesegut wird auch im Barrique ausgebaut. Die Weine sind relativ früh trinkreif.

Saint Laurent

Eine fast verschwundene Rebsorte wurde wieder neu entdeckt. Einem Pfälzer Winzer ist es zu verdanken, dass die wertvolle Rebsorte auch in Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance erleben darf.
Genuss:
Meist kräftige und gleichzeitig frisch-fruchtige Rotweine. Verschiedentlich werden höhere Qualitäten auch im Barrique ausgebaut. In der Farbe sind sie tiefrot. Mitunter lassen sich in den fruchtigen Weinen Aromen von Holunderbeeren oder von Wildkirschen erkennen.

Schwarzriesling
Die Rotweinsorte hat nur Wuchs und Form mit dem Riesling gemeinsam. Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit. Bei Tisch ist er eine interessante Alternative zum Spätburgunder.
Genuss:
Schwarzrieslinge zeigen eine rubinrote bis ziegelrote Farbe, besitzen ein fruchtiges Aroma ähnlich dem des Spätburgunders und einen eher feingliedrigen Körper. Ausgebaut werden trockene, aber auch fruchtsüße Varianten.

Spätburgunder
Klassiker für gehobene Ansprüche. Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Spätburgunder oder Pinot Noir unter den Rotweinen: Weine für gehobene Ansprüche.
Genuss:
Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma und Nuancen von Mandel. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Bei Barriqueweinen kommen Vanille-Zimt-Anklänge hinzu.